Katharina Drescher hat in Baden-Württemberg in einer wirtschaftswissenschaftlichen Studie untersucht, welchen Einfluss Schulsozialarbeit auf Jugendkriminalität, Viktimisierung und Bildung hat und welchen wirtschaftlichen Effekt höhere Investitionen in Schulsozialarbeit haben.
Die Kosten-Nutzen-Analyse zeigte auf, dass eine zusätzliche Fachkraft pro 1000 Schüler*innen in Baden-Württemberg etwa 50 000 Euro jährlich kostet, der Beitrag einer einzigen Fachkraft zur Verringerung von Kriminalität und für höhere Bildungserfolge jedoch dazu führt, dass die Gesellschaft pro einzelner Fachkraft 110 000 Euro im Jahr einspart, weil Kriminalität (insb. Jugendkriminalität, häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch) und deren Folgekosten erfolgreich verringert werden können.
Katharina Drescher konnte aufzeigen, dass eine zusätzliche Stelle in der Schulsozialarbeit pro 1.000 Schüler*innen und Schülern die Jugendkriminalität um 17% senkt. Der gegenwärtige Ausbau von Schulsozialarbeit um 0,13 pro 1.000 Schüler*innen jährlich verringert Jugendkriminalität um 2%. In einer englischsprachigen Publikation zur Studie heisst es sinngemäss übersetzt weiter: „Während Schulsozialarbeiter dazu beitragen, die Viktimisierung durch Gewaltverbrechen, auch innerhalb von Familien, zu reduzieren, spielen sie auch eine Rolle bei der Aufdeckung bisher nicht gemeldeter Fälle von Sexualstraftaten. Darüber hinaus senkt ein zusätzlicher Schulsozialarbeiter die Wiederholungsrate um etwa 10 %, was einem Rückgang der Wiederholungsrate um 1,3 % entspricht, der sich aus der programmbedingten Aufstockung um 0,13 Schulsozialarbeiter pro 1.000 Schüler pro Jahr.


